Pro Sanitate Equi – für die Gesundheit des Pferdes

bedeutet ganzheitliches Arbeiten zur Gesundheitsförderung des Pferdes. Die Grundlage meiner Arbeit bildet der Lebenskontext sowie das spezifische psychische und physische Verhalten eines jeden Pferdes. Hierauf baue ich ein individuelles Trainingsprogramm zum Wohlbefinden des Pferdes und nach dem Bedarf des Reiters auf.


Warum ist Arbeiten zur Gesundheitsförderung des Pferdes so wichtig?

Ob im Dressur- oder Springsport, im Westernbereich, dem klassischen oder dem Freizeitreiten, es kommt doch immer einmal zu dem Punkt, dass man auf der Stelle tritt. Höhere Dressurlektionen liegen in weiter Ferne. Der Sprung oder das Manöver wird verweigert. Das Pferd ist permanent im Gelände gestresst.

„Pferde und Menschen können unterschiedlicher gar nicht sein“

Hinzu kommt, dass Pferde uns Menschen mit ihrem instinktiven Naturell, ihrer Kraft und Schnelligkeit vor allem körperlich überlegen sind. Sie sind Fluchttiere und reagieren zu meist instinktiv. Wir gehören zur Kategorie Jäger und agieren aus unserem Verstand. Körperlich und geistig haben wir eine völlig andere Wahrnehmung als das Pferd. Aufgrund dieser Unterschiedlichkeit von Pferd und Mensch entstehen häufig kommunikative und körperliche Verständigungsschwierigkeiten.

Darüber hinaus gibt es viele verschiedene Reitlehren heutzutage. Einige versprechen ein besseres Verhalten des Pferdes oder das Fortkommen und Erfolge in den Disziplinen. Diese werden manchmal fehlinterpretiert und falsch angewendet. Oder sie sind schlicht weg nicht pferdefreundlich. Oft werden dabei eher menschengerechte und nicht pferdegerechte Erwartungen an das Pferd gestellt.

Trainingsfehler, Verständigungsschwierigkeiten zwischen Pferd und Mensch, unerkannte körperliche Fehlhaltungen, der Mangel an Wissen im Umgang mit diesen oder andere gesundheitliche Probleme führen zu Stress sowie innerlichen und äußerlichen Schäden beim Pferd.
Auch mir erging es im Laufe meiner reiterlichen und auch beruflichen Laufbahn, die immer der Vielseitigkeit im Pferdetraining zugetan war, so, dass ich Momente hatte, in denen alles stillstand und ich nicht weiterwusste. Was mich vor allem nachdenklich stimmte, war der Gesundheitszustand meiner Pferde. Therapeuten- und Tierarztbesuche fanden einfach zu häufig statt, ohne dass sich konkrete Veränderungen einstellten. So habe ich mich auf die Ursachenforschung begeben, habe meinen Trainingsansatz verändert und viele Elemente hinzugenommen, die später zu meinem heutigen Konzept Pro Sanitate Equi führten.

„Im Zusammensein mit dem Pferd, sollte es vorerst nur um das Pferd gehen.“

In der Zeit meiner Tätigkeit habe ich mich mit diesen Schäden, warum sie auftreten und vor allem aus welcher Richtung sie kommen, verschiedenen Reitlehren und Trainingsansätzen auseinandergesetzt. Mein Ziel war es, ein möglichst umfassendes Arbeitskonzept zu entwickeln, das diesen Problemen entgegenwirkt. So, habe ich mich viele Jahre immer möglichst nach den neuesten Erkenntnissen der Psychologie und Physiologie des Pferdes weitergebildet. In meinem Arbeitskonzept geht es daher vorerst nur um das Pferd. Ich vermittel, unabhängig von der Disziplin und Rasse, keine Reitlehre, sondern, ich lehre über das Pferd selbst. Ich lehre die Dinge, die ich von Pferden lernen durfte. Denn ich denke, dass das, was wir von Pferden lernen, so viel mehr wert ist, als das, was wir ihnen beibringen können.

Warum Gesundheit? Gesundheit = wohlbehalten, lebendig, heil und ganz

Warum ganzheitlich? Ganz (Ganzheitlichkeit) = ursprünglich und vollständig

Warum vollständig? Vollständig = Vollständigkeit aller Teile in der Gesamtheit ihrer Eigenschaften und Beziehungen untereinander

Die Grundlage meiner Arbeit ist, dem Pferdebesitzer zu vermitteln, was sein Pferd gesamtheitlich aus allen Richtungen braucht, um gesund zu werden oder zu bleiben. Ich bringe ihm bei, sein Pferd auch mit fachlichen Augen zu betrachten. Das beinhaltet, dass ich ihn so schule, dass er eventuelle körperliche und mentale Probleme wie Fehlhaltungen und Fehlverhalten besser erkennt. Eine Rolle spielt dabei Folgendes:

Wie sieht die Lebensweise wie die soziale Umwelt (Box, Offenstall, Weide = Herdenkonstellation, Einzelhaltung, Bewegung, Ernährung) und die natürliche Umwelt (Wasser, Boden, Luft, Klima) ihres Pferdes aus?

Wie ist es um den Organismus (Organe, Nervensystem, psychischer Zustand, Stoffwechselhaushalt) beschaffen?

Was zeigt der Bewegungsapparat (Muskeln, Bänder, faszial Gewebe, Wirbelsäule, Gelenke, Hufe, Zähne) auf?

Wie organisiert ihr Pferd seinen Körper und seine Bewegung?

Daraus resultiert, ob eine oder sogar mehrere entsprechende Therapien angesetzt werden müssen.

Der Pferdebesitzer lernt Trainingsmöglichkeiten, die individuell auf sein Pferd zugeschnitten sind, mit pferdefreundlicher Ausrüstung kennen, um sein Pferd aus seinen eigenen Erkenntnissen heraus körperlich und geistig gesundheitlich zu fördern.

Ebenso schule ich ihn darin, sich nach seinen Möglichkeiten körperlich besser auf die Bewegung seines Pferdes einzustellen und es mit seinem Sitz gut zu unterstützen. 

Pro Sanitate Equi ist ein ganzheitliches umfassendes Konzept, dass Mensch und Pferd gesund nach vorne bringt.

“Jede Sekunde im Leben der Pferde ist eine Sekunde des Lernens, des Reflektieren, des Fühlen und des Erlebens im Leben des Menschen.”


Nicole Weinauge


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